#26 Wenn gute Leute nicht mehr richtig performen

Shownotes

Du möchtest deine konkrete Situation mit mir analysieren?

Wenn du merkst, dass es bei Leistung, Erwartungen oder Führung in deinem Unternehmen gerade wirklich darauf ankommt, lass uns deine konkrete Situation in einem Analysegespräch anschauen.

Analysegespräch:
https://unternehmerfreiheit.matthiasherzog.com

Du hast eine Frage oder Situation für den Podcast?

Schreib uns an info@matthiasherzog.com

Worum es in dieser Folge geht

Du bist mit der Leistung eines Menschen unzufrieden. Zu wenig Initiative. Zu wenig Qualität. Zu langsam. Zu unzuverlässig. Aber bevor du bewertest, lohnt sich eine andere Frage: Hast du selbst eigentlich eindeutig geklärt, was du erwartest? Denn ein sehr klares Bild im eigenen Kopf ist noch keine klare Erwartung.

In dieser Folge erfährst du

  • warum manche vermeintlichen Leistungsprobleme in Wahrheit ungeklärte Erwartungen sind,
  • wie du deinen eigenen Leistungsmaßstab konkret und nachvollziehbar machst,
  • wie du Klarheit schaffst, ohne jedem Menschen deine persönliche Arbeitsweise vorzuschreiben.

Das Werkzeug: Die Leistungslatte

1. Ergebnis
Was soll am Ende konkret entstanden oder erledigt sein?

2. Maßstab
Woran erkennst du, dass das Ergebnis gut genug ist?

3. Spielraum
Was darf der andere anders machen, als du es selbst machen würdest?

Deine Trainingseinheit

Wähle eine konkrete Leistung, mit der du aktuell unzufrieden bist. Nimm dir zehn Minuten und formuliere dazu Ergebnis, Maßstab und Spielraum. Streich anschließend alle unklaren Wörter wie „mehr“, „besser“, „engagierter“ oder „professioneller“, solange du nicht konkret sagen kannst, was sie bedeuten. Dein Ergebnis: eine klare Leistungslatte für eine konkrete Aufgabe.

Dein Kernsatz

Du kannst Leistung erst einfordern, wenn du selbst klar hast, was Leistung für dich bedeutet.

Transkript anzeigen

00:00:00: Du sitzt am Montagmorgen im Schreibtisch und öffnet eine Auswertung, Projektstand oder eine Kurnrückmeldung.

00:00:06: Und dein erster Gedanke ist... Das reicht mir nicht!

00:00:09: Vielleicht ist etwas zu spät fertig geworden?

00:00:11: Vielleicht fehlen wichtige Informationen?

00:00:13: Vielleicht hast du den Eindruck dass jemand nur Dienst nach Vorschrift macht?

00:00:16: Oder du denkst schon seit Wochen... Hey da müsste eigentlich mehr kommen!

00:00:20: Mehr eigene Initiative, mehr Tempo, mehr Verantwortung, mehr Qualität.

00:00:24: und dann kommt ne unangenehme Frage Was bedeutet eigentlich

00:00:29: mehr?!

00:00:30: Wenn dich ein Mitarbeiter heute fragen würde, woran erkennst du konkret dass meine Leistung gut ist?

00:00:36: Könntest du das in zwei oder drei klaren Sätzen beantworten?

00:00:39: Oder würdest du Wörter benutzen wie Nährste einfach Engagierter.

00:00:43: Denk mal mit übernimm mehr Verantwortung.

00:00:47: ich erwarte einfach ein bisschen mehr.

00:00:49: Das Problem dabei für dich können diese Sätze völlig eindeutig sein.

00:00:54: Für einen anderen Menschen sind sie möglicherweise nebel und genau darum geht es heute.

00:00:59: Drei Dinge nimmst du aus dieser Folge mit.

00:01:01: Erstens, warum manche vermeintlichen Leistungsprobleme nicht in den Wahrheit ungeklärte Erwartungen sind?

00:01:08: Zweitens, woran du erkennst ob dein eigener Leistungsmarsch da wirklich klar ist oder nur in deinem Kopf existiert.

00:01:15: und drittens wie du mit drei Fragen deiner eigenen Erwartung so schärfst dass du überhaupt verurteilen kannst ob Leistung stimmt oder nicht.

00:01:24: Moin Servus Grüße und Hallo und herzlich willkommen bei Wenns drauf ankommt elf Minuten für klare Entscheidungen, wirksame Führung.

00:01:30: Mein Name ist Matthias Herzog, Unternehmercoach, Vortragsredner, Retoriktrainer und Verleger.

00:01:35: Heute mit Folge sechsundzwanzig!

00:01:39: Heute beginnt eine neue Dreierreihe – drei Folgen.

00:01:42: ein Thema aber wieder aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln.

00:01:45: Zuerst aus der Perspektive des Ich dann das Du unter dem Ende zum Abschluss der Woche das Wir.

00:01:51: Und wichtig jede Folge funktioniert für sich allein.

00:01:55: Du kannst also heute einsteigen, Mittwoch oder Freitag und kannst dir die Folgen einzeln anhören ohne die anderen angehört zu haben.

00:02:02: Unser Thema diese Woche – was passiert wenn Leistung nicht mehr stimmt?

00:02:07: Heute beginnen wir beim Dir!

00:02:09: Nicht bei Mitarbeiter, nicht bei Mitarbeitergespräch und auch noch nicht bei Leistungs-Kennzahlen oder Unternehmensweitensystem sondern bei einer Frage, die vorher kommen muss Wie klar bin ich selbst eigentlich mir darüber, was ich erwarte?

00:02:23: Stell dir einen Hochspringer vor Der läuft an, er springt und hinterher sagt der Trainer, naja war okay aber ich hätte mir schon etwas mehr erwartet.

00:02:31: Der Add fragt ja wie viel mehr?

00:02:34: Und der Trainer antwortet, na ja einfach höher!

00:02:38: Das wird doch absurd

00:02:38: oder?!

00:02:39: Beim Hochsprung hängt eine Latte.

00:02:41: Du siehst sie du weißt wo sie liegt und nach dem Sprung ist ziemlich eindeutig ob du drüber warst oder nicht.

00:02:47: Im Arbeitsalltag machen wir es manchmal anders Wir hängen keine Latte auf und ärgern uns anschließend darüber dass jemand darunter geblieben ist.

00:02:55: Wir denken, naja da müsste das doch wissen.

00:02:58: Das sieht man doch!

00:02:59: Ich meine so würde ich das jedenfalls machen.

00:03:01: Bei jemanden in dieser Position erwarte ich es einfach, warte ich einfach dass es nicht mehr kommt.

00:03:07: Und genau da beginnt das Problem.

00:03:10: Nicht jede Erwartung die für dich selbstverständlich ist, ist tatsächlich geklärt.

00:03:13: Vor allem Unternehmer und erfahrene Führungskräfter haben hier einen blinden Fleck.

00:03:17: Du hast vielleicht seit fünfzehn Jahren ein Gefühl dafür wann eine Kundenanfrage dringend ist.

00:03:23: Du erkennst in drei Minuten, ob ein Angebot gut vorbereitet ist.

00:03:26: Du merkst an einem Projektstatus sofort welche Informationen fehlt!

00:03:31: Für dich ist dieses Wissen längst automatisch.

00:03:34: Du denkst nicht mehr drüber nach und genau deshalb ist es so leicht zu glauben das müsste doch jeder sehen.

00:03:40: nein muss er nicht oder sie?

00:03:43: deine Erfahrung ist kein allgemein zugängliches Handbuch und dein Bauchgefühl ist noch keinen Maßstab.

00:03:49: nehmen wir ein einfaches Beispiel Du hast einen Mitarbeiter der regelmäßig Angebote vorbereitet.

00:03:53: Du bist unzufrieden, warum?

00:03:55: Na ja die Angebote sind einfach nicht gut genug!

00:03:58: Okay... Was bedeutet Nicht-Gut-Genug?

00:04:01: Na es fehlt mir die Qualität!

00:04:04: Was genau

00:04:04: fehlt?!

00:04:05: Na er denkt nicht weit genug!

00:04:08: Du merkst schon wir drehen uns im Kreis und vielleicht stellst du nach ein paar Minuten fest naja eigentlich erwartest du drei konkrete Dinge.

00:04:16: das Angebot soll erstens spätestens vierundzwanzig Stunden nach dem Kundengespräch rausgehen.

00:04:21: Zweitens, die drei wesentlichen Kundenanforderungen müssen daran erkennbar sein.

00:04:25: und drittens bevor es verschickt wird sollen offene Punkte geklärt sein.

00:04:29: Plötzlich währt aus da fehlt mir Qualität etwas das du selbst überprüfen kannst ja oder ja?

00:04:36: Und dafür möchte ich dir heute ein einfaches Werkzeug mitgeben.

00:04:38: Ich nenne ist die Leistungslatte.

00:04:41: Sie besteht aus drei Punkten erstens Ergebnis zweitens Maßstab drittens Spielraum.

00:04:47: Beginn wir mit dem ersten Punkt des Ergebnisses.

00:04:50: Dazu die erste Frage.

00:04:51: Was soll am Ende konkret da sein?

00:04:55: Nicht mehr Engagement, nicht besser mitdenken, nicht professioneller werden – das sind Bewertungen!

00:05:01: Ein Ergebnis ist sichtbar.

00:05:03: Ein Kunde hat eine Antwort bekommen und ein Angebot ist fertig.

00:05:07: Ein Projektstatus ist vollständig.

00:05:08: Eine Maschine ist wieder einsatzbereit.

00:05:10: Eine Entscheidung ist vorbereitet.

00:05:13: Je unklarer du das Ergebnis beschreibst, desto größer wird später dein Interpretationsspielraum und dann kann etwas passieren, dass für Mitarbeiter extrem frustrierend ist.

00:05:22: Sie glauben sie hätten geliefert!

00:05:24: Und du denkst, das war doch nicht das was ich gemeint habe?

00:05:27: Bevor du also über die Leistung eines anderen Urteils stell dir selbst die Frage Kann ich das gewünschte Ergebnis so beschreiben, dass ich es erkennen würde wenn es vorgelegt?

00:05:38: Der zweite Punkt ist der Maßstab Und die Frage dazu, woran erkenne ich dass das Ergebnis gut genug ist.

00:05:45: Hier hängt die Latte.

00:05:46: beim Angebot könnte es sein innerhalb von vierundzwanzig Stunden Kunden Anforderungen vollständig berücksichtigt Keine offenen Fragen mehr die Vorherrten geklärt werden können und bei anderen Themen kann Qualität völlig anders aussehen.

00:05:59: Vielleicht zählt Geschwindigkeit vielleicht Fehlerfreiheit vielleicht Kunden Zufriedenheit oder Begeisterung vielleicht Verlässlichkeit und entscheiden nicht dass alles messbar gemacht wird.

00:06:10: Menschen sind keine Maschinen und nicht jede gute Arbeit lässt sich in eine Zahl pressen.

00:06:14: Aber zwischen alles Messen- und reines Bauchgefühl liegt eine riesig große Fläche!

00:06:20: Und genau dort sollte Führung stattfinden.

00:06:23: Frag dich, würde ein Außenstehender ungefähr verstehen warum ich eine Leistung als gut oder nicht gut bewerte?

00:06:29: Wenn die einzige Antwort lautet – Ich seh das einfach – dann solltest du deinen eigenen Maßstab noch einmal beprüfen.

00:06:36: Jetzt kommt der dritte Punkt Der Spielraum.

00:06:39: Der ist wichtig, weil Klarheit schnell mit Kontrolle verwechselt wird.

00:06:42: Du willst nicht festlegen wie jeder Handgriff gemacht werden muss.

00:06:46: Du willst klären was wirklich zählt.

00:06:49: Stell dir wieder den Hochsprung vor!

00:06:50: Die Latte zeigt die Höhe.

00:06:52: Sie schreibt in Atleten aber noch nicht vor, mit welchem Fuß sie abspringen sollen?

00:06:56: Wie viele Schritte seinen Anlauf haben muss oder welche Musik er dort hört.

00:07:01: Das Ziel ist klar und innerhalb dieses Ziels bleibt Raum Und genau das gilt auch im Unternehmen.

00:07:07: Wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin Angebot anders strukturiert als du, aber es ist schnell vollständig und für den Kunden verständlich.

00:07:14: Ist das dann schlechte Leistung?

00:07:17: Oder ist es nun nicht deine Art?

00:07:18: Denn diese Frage finde ich für Führung enorm wichtig!

00:07:21: Denn manchmal ärgern wir uns nicht über mangelnde Leistungen – wir ärgeren uns darüber dass jemand anders arbeitet als wir Und das ist nicht dasselbe.

00:07:29: Deshalb lautet die dritte Frage Was is wirklich Teil meiner Erwartung und was is nur meine persönliche Vorliebe?

00:07:37: Das schützt beide Seiten, den anderen davor ständig einen unsichtbaren persönlichen Stil kopieren zu müssen und dich davor jede Abwäuchung sofort als Leistungsproblem zu interpretieren.

00:07:47: Wenn du die drei Punkte zusammen nimmst, wird es deutlich.

00:07:52: Erstens Ergebnis – das heißt was soll konkret entstehen?

00:07:56: Zweitens Maßstab – woran erkenne ich dass es gut genug ist?

00:07:59: Und drittens Spielraum – Was darf der andere anders machen als ich?

00:08:03: Und erst danach wird die Frage interessant, stimmt die Leistung nicht vorher?

00:08:08: Denn vielleicht stellst du bei dieser Prüfung fest, naja meine Erwartungen war glasklar.

00:08:13: Dann hast Du ein echtes Leistungsproblem!

00:08:15: Aber Fleisch stellst Du auch fest, ich hatte jetzt war ein sehr klares Bild im Kopf und leider war dieses Bild ausschließlich in meinem Kopf.

00:08:23: Und das ist unangenehm aber auch hilfreich denn damit kannst Du etwas verbessern.

00:08:28: und noch etwas ist mir wichtig Klarheit bedeutet nicht dass Du Deine Ansprüche herunter schraubst.

00:08:33: Im Gegenteil Du kannst sehr hohe Ansprüchen haben Nur sollten sie erkennbar sein.

00:08:38: Eine sichtbare, hohe Latte ist fairer als eine niedrige Latte die während des Sprungs plötzlich höher gelegt wird.

00:08:46: Genau deshalb ist das heute die Ich-Folge.

00:08:49: Bevor wir am Mittwoch darüber sprechen was zwischen dir und deinen Mitarbeitenden geklärt werden muss solltest du zunächst dein eigenes Maßstab kennen denn ein Gespräch werde nicht dadurch besser dass du besonders überzeugend sagst ich erwarte mehr.

00:09:03: doch klar es wäre besser wenn du selbst weißt mehr Wovon?

00:09:08: Lass uns die drei Gedanken von heute zusammenfassen.

00:09:10: Erstens, nicht jedes vermeintliche Leistungsproblem ist tatsächlich eines.

00:09:14: Manchmal ist vor allem die Erwartung ungeklärt.

00:09:17: Zweitens, dein Erfahrungswissen und deinen Bauchgefühl sind wertvoll aber sie setzen keinen nachvollziehbaren Maßstab.

00:09:24: Und drittens gute Klarheit beschreibt nicht jeden Arbeitsschritt.

00:09:28: Sie klärt Ergebnis und Maßstabe und lässt Spielraum für andere Wege.

00:09:32: Mein Kernsatz für heute lautet du kannst Leistungen erst einfordern wenn du selbst klar hast, was Leistung für dich bedeutet.

00:09:41: Die Folge ist zu Ende – jetzt kommt es auf dich an!

00:09:44: Komm und handeln!

00:09:45: Deine Trainingsanhalte heute lautet nimm dir zehn Minuten und wähle eine Leistung mit der du ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin oder in deinem Umfeld gerade unzufrieden bist.

00:09:56: noch kein Gespräch denn heute bleibst du bei dir.

00:10:00: schreib drei Überschriften auf.

00:10:02: erstens Wasser warte ich konkret nämlich das Thema Ergebnis.

00:10:07: zweitens der Maßstab.

00:10:08: Woran erkenne ich, dass es gut genug ist?

00:10:11: und drittens?

00:10:12: Der Spielraum.

00:10:13: was darf anders gemacht werden als ich es selbst machen würde.

00:10:16: Und dann liest deine drei Antworten noch einmal.

00:10:19: Streich jedes Wort wie mehr besser engagierter professioneller Eigenständiger wenn du nicht klären kannst was es konkret bedeutet.

00:10:28: Dann sichtbares Ergebnis nach zehn Minuten eine klare Leistungslatte für genau eine konkrete Aufgabe.

00:10:34: Die drei Punkte, Ergebnis, Maßstab und Spielraum findest du auch noch in den Shownotes zu dieser Folge.

00:10:40: Wenn Du merkst das es bei diesem Thema an Deinem Unternehmen gerade wirklich darauf ankommt und Du deine konkrete Situation einmal persönlich mit mir analysieren möchtest, findest Du den Link für ein Analysegespräch ganz oben in den shownots.

00:10:51: Und wenn Du uns eine Frage oder eine konkrete Situation für den Podcast schicken möchtet, schreib uns an infoadmathiasherzog.com.

00:10:59: Denn Wissen schafft Klarheit Handeln schafft Verbesserung.

00:11:02: Das war, wenn's drauf ankommt, elf Minuten für klare Entscheidungen zur Beführung.

00:11:06: Und denkt dran – wir leben unser Leben, wenn unser Herz voller ist als unsere Hose!

00:11:12: Herzlich und handelnde Grüße der Matthias.

00:11:15: Tschüss.

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