#20 Wie sprichst du Kritik an, ohne den anderen kleinzumachen?

Shownotes

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Worum es in dieser Folge geht

Ein schwieriges Gespräch wird selten besser, wenn du Kritik weichspülst. Es wird aber auch nicht wirksamer, wenn du den Menschen mit einem Urteil angreifst. In dieser Folge geht es darum, wie du beides vermeidest und trotzdem klar bleibst. Du lernst einen einfachen Gesprächseinstieg, mit dem du beobachtbares Verhalten, seine konkrete Wirkung und deine Erwartung für die Zukunft sauber voneinander trennst.

In dieser Folge erfährst du

  • warum „Du bist unzuverlässig“ ein Urteil und noch keine hilfreiche Beobachtung ist,
  • wie du die Wirkung eines Verhaltens benennst, ohne daraus einen Vorwurf zu machen,
  • wie du eine konkrete Erwartung formulierst, damit dein Gegenüber weiß, was künftig anders sein soll.

Das Werkzeug: Beobachtung – Wirkung – Erwartung

1. Beobachtung
Beschreibe konkret, was passiert ist – ohne Charakterurteil oder Interpretation.

2. Wirkung
Benenne, was dieses Verhalten für Zusammenarbeit, Kunden, Ablauf oder Ergebnis auslöst.

3. Erwartung
Sag konkret, welches Verhalten du ab jetzt erwartest.

Deine Trainingseinheit

Nimm dir zehn Minuten für ein anstehendes schwieriges Gespräch. Formuliere je einen Satz für Beobachtung, Wirkung und Erwartung und lies dir die drei Sätze anschließend laut vor. Streiche Bewertungen wie „immer“, „nie“, „typisch“, „unzuverlässig“ oder „respektlos“, wenn sie den Menschen statt des Verhaltens beschreiben.

Dein Kernsatz

Klar in der Sache. Respektvoll zum Menschen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Stell dir vor, du sitzt an Mitarbeiter gegenüber und weißt jetzt musst du ansprechen.

00:00:04: Das Thema liegt schon länger in der Luft.

00:00:05: Du hast es gesehen, du hast dich geärgert und du hast dir schon öfter vorgenommen endlich klar zu reden.

00:00:11: Und jetzt sitz ihr da und plötzlich hörst du dich sagen ich wollte nur etwas kurz ansprechen also ist gar nicht so dramatisch.

00:00:17: aber vielleicht könntest du in Zukunft ein bisschen darauf achten dass Punkt Punkt Punkt Der andere nickt fünf Minuten später das Gespräch vorbei und du gehst raus mit dem Gefühl Eigentlich habe ich es jetzt auch nicht so richtig gesagt.

00:00:32: Oder ist passiert das Gegenteil?

00:00:34: Du hast so lange gewartet, dass dein Ärger schon mit am Tisch sitzt.

00:00:37: dann startest du mit.

00:00:38: also ganz ehrlich so geht das nicht weiter.

00:00:39: ja auf dich ist kein Verlass und jetzt ist zwar eine gewisse Klarheit im Raum aber wahrscheinlich nicht die Art von Klarheit die du erreichen wolltest.

00:00:48: Ja oder ja?

00:00:49: Und heute bekommst du drei Dinge mit erstens warum schwierige Gespräche oft an zwei extrem scheitern zu weich oder zu hart.

00:00:57: Zweitens, wie du ein Verhalten klar ansprichst ohne den Menschen dahinter abzuwerten.

00:01:01: Und drittens, wie aus Kritik eine konkrete Erwartung machst mit der dein Gegenüber tatsächlich etwas anfangen kann.

00:01:08: Moin Servus, Grüezi und hallo und herzlich willkommen bei Wenn's drauf ankommt!

00:01:12: Elf Minuten für klare Entscheidungen wirksame Führung.

00:01:15: mein Name ist Matthias Herzog Unternehmercoach Vortragsredner Rhetoriktrainer und Verleger.

00:01:20: heute mit Folge zwanzig.

00:01:22: In dieser Woche geht es um das Thema zu lange nett und dann plötzlich hart.

00:01:27: In Folge neunzehn ging es um dich selbst, warum du notwendige Klärung oft aufschiebst obwohl du längst merkst das etwas nicht stimmt.

00:01:34: Heute wechseln wir vom Ich zum Du Und auch wenn du die vorherige Folge nicht gehört hast kannst du dir hier direkt einsteigen und weitermachen Denn heute geht's um den Moment in dem du dem anderen tatsächlich gegenüber sitzt.

00:01:48: Wie sprichst du Kritik an ohne den anderen klein zu machen?

00:01:52: Viele Führungskräfte kennen dabei zwei Extreme.

00:01:54: Das erste ist die Weichspülung.

00:01:56: Du willst die Beziehung nicht belasten, also relativierst du schon im ersten Satz dein eigentliches Anliegen?

00:02:02: Na ja, es ist ja nicht so schlimm!

00:02:03: Ja vielleicht sehe ich das auch zu eng, naja, eigentlich läuft's ja ganz gut.

00:02:06: und das zweite Extrem ist die Abrechnungen.

00:02:09: Du hast zu lange gewartet, deinen Ärger ist gewachsen und aus einer konkreten Sache wird plötzlich ein Urteil über den ganzen Menschen – beides hilft mich.

00:02:17: Nehmen wir eine einfache Situation Mitarbeiter kommen wiederholen zu einer wichtigen Projektbesprechung zu spät.

00:02:22: Nicht eine halbe Stunde, vielleicht sieben oder zehn Minuten – aber die anderen warten!

00:02:26: Der Staat verschiebt sich und du merkst das es dich stört und natürlich auch die anderen.

00:02:31: Jetzt könntest du sagen….

00:02:33: Du bist einfach unzuverlässig.

00:02:34: Das klingt klar.

00:02:35: ist am Ende keine Beobachtungen?

00:02:38: Unzuver lässig ist ein Urteil über den Menschen Und genau in diesem Moment verschiebt sich das Gespräch.

00:02:43: Dein Gegenüber denkt nicht mehr zuerst über sein Verhalten nach.

00:02:47: Er denkt darüber nach, ob dein Urteil über ihn stimmt.

00:02:51: Ich bin noch nicht unzuverlässig.

00:02:52: In meiner letzte Woche habe ich zwei Abende länger gemacht und heute war außerdem Stau!

00:02:57: Das ist die erste Erkenntnis für heute.

00:02:58: Klarheit entsteht nicht dadurch, dass du den anderen härter bewertest.

00:03:02: Klarkeit entsteht dadurch, das Du Verhalten und Personen voneinander trennst.

00:03:07: Du bekommst heute ein einfaches Werkzeug mit drei Schritten.

00:03:10: Erstens Beobachtung, zweitens Wirkung und drittens Erwartung.

00:03:14: Kommen wir zum ersten Punkt Beobuchtungen.

00:03:17: Was ist konkret passiert?

00:03:18: Nicht, du bist respektlos.

00:03:20: Du bist schlampig!

00:03:21: Nicht dass es dir das Projekt egal.

00:03:24: Sondern zum Beispiel, du wirst in den vergangenen drei Projektbesprechungen nach unserem vereinbartend Beginn begekommen.

00:03:31: Dass es sachlich eine Kamera hätte sehen können, ein neutraler Beobachter hätte dasselbe beschreiben können oder eine Mitarbeiterin liefert eine vereinbarte Rückmeldung zu spät.

00:03:41: Dann sagst du nicht auf dich ist einfach kein Verlass.

00:03:45: Sondern die Rückmeldung für Kunde Müller war für Dienster vereinbart und sie kam am Donnerstag.

00:03:50: Das klingt vielleicht zunächst nüchternah, genau das ist der Vorteil.

00:03:54: Denn sobald du beim Beobachtbaren Verhalten bleibst, musst der andere nicht seine Persönlichkeit verteidigen.

00:04:00: Ihr könnt über das sprechen was tatsächlich passiert ist.

00:04:03: Das heißt nicht dass es Gespräch angenehm wird.

00:04:06: Kritik darf unangenehm sein aber sie sollte fair sein und fair bedeutet ich mache aus einem Verhalten keine Charakterdiagnose.

00:04:14: Der zweite Schritt ist die Wirkung.

00:04:16: Warum sprichst du das überhaupt an?

00:04:18: Beim Zungsspätkommen könnte deine Antwort sein, naja dadurch warten vier Kollegen und wir starten jedes Mal später.

00:04:24: Und bei der spätere Notmeldung, ja dadurch kann ich dem Kunden nicht zum vereinbarten Zeitpunkt antworten und unsere Entscheidung verzögert sich – und gegebenfalls springt uns der Kunde ab!

00:04:34: Jetzt versteht dein Gegenüber worum das Thema für dich relevant.

00:04:38: Das ist die zweite Erkenntnis.

00:04:40: Kritik wird nachvollziehbarer, wenn da andere die konkrete Wirkung seines Verhaltens erkennen kann.

00:04:46: und vielleicht denkt der Mitarbeiter bei sieben Minuten für Spätung – ja komm das ist doch keine große Sache hätte ich auch kein Problem mit!

00:04:52: Du musst dadurch keinen Drama machen aber du darfst hier Wirkung benennen.

00:04:56: und dann kommt der Punkt an dem viele Gespräche zu früh aufhören.

00:04:59: Du hast gesagt was passiert ist?

00:05:01: Du hast erklärt worum es problematisch ist und dann sagst du Ja ich wollte nur dass du das mal weißt.

00:05:09: Was soll der andere jetzt genau tun?

00:05:11: Und deshalb kommt der dritte Schritt – Erwartung.

00:05:13: Was soll ab jetzt anders sein, nicht mehr darauf achten, nicht in Zukunft besser, nicht näher ein bisschen zuverlässiger sondern konkret was dein Gegenüber nach dem Gespräch weiß woran du die Verbesserung erkennen wirst.

00:05:28: Zum Beispiel ich erwarte dass du ab der nächsten Projektbesprechung zum vereinbarten Beginn da bist und wenn du absehen kannst das du es nicht schaffst gibst mir mindestens fünfzehn Minuten vor Bescheid.

00:05:38: Oder ich erwarte, dass die vereinbarte Rückmeldung bis zum Termin vorliegt.

00:05:42: Und wenn du merkst das es nicht klappt kommst du mindestens am Tag vorher aktiv auf mich zu.

00:05:47: oder Ich erwarte Dass Du andere meeting ausreden lässt bevor du deinen punkt anbringst.

00:05:53: und damit wird aus kritikführung denn Du sagst Nicht nur was funktioniert oder Was nicht funktioniert du gibt's orientierung für Das verhalten dass zukünftig erwartest.

00:06:05: Das ist die dritte Erkenntnis.

00:06:06: Ein Kritikgespräch ist erst dann vollständig, wenn du aus deinem Problem eine klare Erwartung für die Zukunft machst.

00:06:13: Lass uns die drei Schritte einmal zusammenfassen!

00:06:15: Du bist in den vergangenen drei Projektbesprechungen auf unserem vereinbarten Beginn gekommen.

00:06:19: Dadurch warten die anderen und wir starten jedes Mal später.

00:06:22: Ich erwarte dass du ab der nächsten Besprechung pünktlich da bist und wenn du merkst das du es nicht schaffst gib mir mindestens fünfzehn Minuten vor Bescheid.

00:06:30: Das dauert vielleicht zwanzig Sekunden.

00:06:32: Es ist weder besonders hart, noch besonders weich.

00:06:35: Es ist klar und du hörst

00:06:37: zu.".

00:06:38: Und vielleicht gibt es einen Hintergrund den du nicht kennst?

00:06:41: Vielleicht ist dein Mitarbeiter die Wirkung tatsächlich nicht bewusst gewesen.

00:06:44: Vielleicht hat er auch eine Erklärung, die für das Gespräch wichtig ist.

00:06:48: Gibt diese Erklärungsraum?

00:06:50: aber Verwechselte Zuhören nicht mit zurück rudern!

00:06:54: Du kannst sagen ich verstehe warum das gestern passiert ist und trotzdem bei deiner Erwartung bleiben.

00:06:59: Verständnis für einen Grund bedeutet nicht automatisch, dass die Vereinbarung unwichtig wird.

00:07:03: Und genau hier kippen viele Führungskräfte wieder ins Weiche.

00:07:06: Der andere erklärt sich und plötzlich beginnen sie ihre eigene Botschaft zurückzunehmen.

00:07:11: Wenn du wirklich etwas anderes ist darfst du selbstverständlich neu bewerten aber wenn dein ursprünglicher Punkt weiterhin gilt dann darf er auch stehen bleiben.

00:07:21: Empathie und Klarheit sind keine Gegensätze.

00:07:24: Du kannst den Menschen ernst nehmen und trotzdem eine Grenze setzen.

00:07:27: Du kannst Verständnis zeigen, trotzdem eine Wartung formulieren.

00:07:30: Du kannst freundlich sprechen – und trotzdem eindeutig sein!

00:07:33: Und noch etwas.

00:07:35: Pack nicht fünf alte Themen ein Gespräch.

00:07:38: Wenn du mit dem zu spät kommen beginnst und dann plötzlich noch ne E-Mail von letzter Woche den Kunden vor drei Monaten und die Ordnung im Arbeitsplatz auspackst wird das einer Klärung schnell eine Anklageschrift.

00:07:50: Bleib bei einem Thema.

00:07:54: Einverhalten, eine Wirkung und eine Erwartung.

00:07:57: Und das hilft dir auch vor allem, ruhig zu bleiben!

00:08:01: Denn je mehr alte Geschichten du in ein Gespräch ziehst, desto größer wird die Gefahr, dass du nicht mehr führst sondern deinen Frust ablässt.

00:08:09: Vielleicht sitze morgen genau in so einem Gespräch?

00:08:12: Dann frage dich vorher nicht wie formuliere ich das möglichst nett oder auch nicht?

00:08:16: ja wie zeige ich jetzt, dass es mir wirklich reicht?

00:08:21: Frag dich drei Dinge erstens Das habe ich konkret beobachtet.

00:08:26: Zweitens, welche Wirkung hat das?

00:08:27: und drittens – das erwarte ich ab jetzt!

00:08:30: Und wenn nur diese drei Antworten hast, hast du einen starken Einstieg.

00:08:34: Dann entsteht ein Gespräch, kein Vortrag, keine Abrechnung, kein Herumayern.

00:08:39: Und genau das ist für mich gute Führungen in schwierigen Situationen.

00:08:42: Du machst die Sache nicht kleiner als sie ist.

00:08:45: Und du machst den Menschen nicht kleiner, nur weil du mit seinem Verhalt nicht einverstanden bist.

00:08:54: Sprich über beobachtbares Verhalten statt über den Charakter des Menschen.

00:08:58: Zweitens benenne die konkrete Wirkung, damit verständlich wird, warum das Thema relevant ist.

00:09:03: und drittens formuliere eine klare Erwartung, damit dein Gegenüber weiß was künftig anders sein soll.

00:09:09: Mein Kernsatz für heute lautet klar in der Sache respektvoll zum Menschen.

00:09:15: Die Folge ist zu Ende.

00:09:16: jetzt kommt es auf dich an komm ins handeln.

00:09:19: deine Trainings Einheit für heute lautet nimm dir zehn Minuten Für genau ein schwieriges Gespräch, das bei dir ansteht und schreibt deinen Einstieg vor.

00:09:29: Einen Satz für die Beobachtung, einen Satz der Wirkung, einem Satz zur Erwartung.

00:09:34: Lieste diese drei Sätze anschließend laut vor?

00:09:37: Und wenn irgendwo Wörter wie immer nie typisch unzuverlässig, respektlos oder schlampig auftauchen, prüfe es nochmal!

00:09:44: Beschreibe ich gerade ein Verhalten oder bewerte dich schon den

00:09:47: Menschen?!

00:09:48: Das sichtbare Ergebnis nach zehn Minuten sind drei klare Sätze, mit denen du dein Gespräch sachlich und respektvoll eröffnen kannst.

00:09:55: Und wenn du merkst das es bei diesem Thema in deinem Unternehmen gerade wirklich drauf ankommt und du deine konkrete Situation einmal persönlich mit mir analysieren möchtest findest du den Link für ein Analysegespräch ganz oben in den Shownotes.

00:10:08: Wenn du uns eine Frage oder konkrete situationen für den Podcast schicken möchtet, schreib uns an infoadmathiasherzer.com Denn Wissen schafft Klarheit Handeln schafft Verbesserung.

00:10:18: Das war, wenn es darauf ankommt, elf Minuten für klare Entscheidung und wirksame Führung!

00:10:22: Und denkt dran – Wir leben unser Leben, wenn unser Herz voller ist als unsere Hose.

00:10:28: Herzlich und handelne Grüße der Matthias.

00:10:31: Tschüss.

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