#01 Du hast delegiert – und machst es am Ende doch wieder selbst
Shownotes
Du hast delegiert – und machst es am Ende doch wieder selbst
Du gibst eine Aufgabe ab. Dann kommt die erste Rückfrage. Du antwortest. Es folgt die zweite. Du korrigierst den ersten Entwurf – und irgendwann denkst du: "Bevor ich das noch dreimal erkläre, mache ich es lieber selbst." Doch was passiert, wenn nicht nur dein Team dafür sorgt, dass zu viel an dir hängt, sondern auch du selbst? In dieser Folge von „Wenn’s drauf ankommt“ erfährst du:
- warum Delegation häufig erst nach der Übergabe scheitert,
- wie du Qualitätssicherung von Kontrolle unterscheidest,
- wie du Verantwortung beim anderen lässt, ohne gleichgültig zu führen.
- Die drei Fragen gegen deinen Eingreifreflex
Bevor du eine bereits übergebene Aufgabe wieder an dich ziehst, halte kurz inne und frage dich:
- Ist es wirklich falsch – oder nur anders?
- Welches konkrete Risiko entsteht, wenn ich nicht eingreife?
- Was muss ich gerade aushalten, damit die Verantwortung beim anderen bleiben kann?
Diese Fragen und die dazugehörige Trainingseinheit bilden das zentrale Werkzeug der Folge.
**Deine Trainingseinheit Wähle genau eine Aufgabe, die du bereits abgegeben hast und trotzdem immer wieder an dich ziehst. **Beobachte beim nächsten Mal zunächst deinen Impuls einzugreifen. Halte kurz inne und stelle dir die drei Fragen. Triff danach eine bewusste Entscheidung – nicht aus Gewohnheit, nicht aus Ungeduld und nicht nur, weil du es selbst schneller könntest.
**Mehr Unternehmerfreiheit Du möchtest dein Unternehmen führen, ohne dass weiterhin alles an dir hängt? **Gespräch über Unternehmerfreiheit: https://unternehmerfreiheit.matthiasherzog.com
**Wo kommt es bei dir gerade darauf an? Schick deine Frage oder eine konkrete Situation an: info@matthiasherzog.com Einige Fragen greifen wir – auf Wunsch anonym – in einer kommenden Folge auf.
Denn Wissen schafft Klarheit. HANDeln schafft Verbesserung.
Transkript anzeigen
00:00:02: Du hast eine Aufgabe abgegeben.
00:00:04: Eigentlich kommt die erste Rückfrage, du antwortest es vor die zweite.
00:00:08: Du erklärst noch einmal was du gemeint hast.
00:00:10: Du korrigierst den ersten Entwurf und irgendwann denkst du dir bevor ich das noch dreimal erkläre mache ich's doch lieber selbst.
00:00:17: Kennst du das?
00:00:19: Und was ist wenn nicht nur dein Team dafür sorgt dass zu viel an dir hängt sondern auch du selbst?
00:00:24: In diesen elf Minuten erfährst du erstens, warum Delegation häufig nicht bei der Übergabe scheitert, sondern bei der späteren Rücknahme.
00:00:31: Zweitens erkennst du ob du gerade wirklich Qualität sicherst oder nur deine Kontrolle verteidigst.
00:00:36: und drittens bekommst du drei Fragen mit denen du Verantwortung beim anderen lässt ohne gleichgültig- oder nachenlässigtes zu führen.
00:00:44: Moin Servus, Grüezi und hallo und herzlich willkommen bei Wenns drauf ankommt!
00:00:49: Elf Minuten für klare Entscheidungen und wirksame Führung.
00:00:53: Mein Name ist Matthias Herzog, heute mit Folge eins.
00:00:56: Heute geht es um deine Business Power und die Frage warum du Aufgaben immer wieder an dich ziehst, die du eigentlich längst abgegeben hast?
00:01:03: Ich kenne diesen Mechanismus sehr gut!
00:01:05: Lange habe ich gedacht, ich bin derjenige, an dem alles hängt.
00:01:08: Ich trage die Verantwortung, ich kenne die Kunden, ich hab das Wissen und wenn's wirklich darauf ankommt muss sich eingreifen.
00:01:15: Irgendwann muss ich mir jedoch eine unangenehme Wahrheit eingestehen nämlich... Ich hatte selbst mit dafür gesorgt, dass alles an mir hing.
00:01:26: Denn ich hatte Aufgaben zwar abgegeben aber sobald jemand einen anderen Weg wählte länger brauchte oder eine Entscheidung traf die nicht meiner Entsprach war ich wieder mittendrin statt nur dabei.
00:01:37: Ich erklärte, korrigierte und entschied und manchmal übernahm mich die Aufgabe schließlich wieder vollständig selbst.
00:01:43: Formal hatte ich delegiert innerlich hatte ich nicht losgelassen Und vielleicht kennst du eine solche Situation?
00:01:49: Jemand aus deinem Team legt einen Entwurf vor.
00:01:52: Innerlich ist er vollkommen in Ordnung, aber du würdest den Einstieg anders formulieren.
00:01:57: Du wirst die Reihenfolge ändern und an ein zwei drei Stellen würdest auch ein paar Begriffe verändern.
00:02:04: Alles Kleinigkeiten eigentlich.
00:02:07: also öffnest du das Dokument und beginnst zu korrigieren ersten Satz dann Absatz und plötzlich haste alles überarbeitet Und für dich fühlt es sich nach Qualitätssicherung an.
00:02:16: beim anderen kommen möglicherweise etwas ganz anderes an Nämlich, egal wie viel Mühe ich mir gebe.
00:02:23: Am Ende wird's oder hin wieder so gemacht, wie der Chef es will und genau dadurch entsteht am nächsten Mal nicht mehr Eigenverantwortung sondern noch eine Rückfrage.
00:02:33: Und häufig hören wir in solchen Momenten ein von drei Sätzen In unserem Kopf.
00:02:37: Die erste lautet Ich kann da schneller?
00:02:41: Ja das stimmt wahrscheinlich sogar Und du hast mehr Erfahrung Du kennst die Zusammenhänge Du hast diese Aufgabe vielleicht schon hundertmal erledigt Und natürlich bist du schneller.
00:02:50: Doch jedes Mal, wenn du sie deshalb wieder selbst übernimmst, sparst du heute vielleicht zehn Minuten und sorgst gleichzeitig dafür dass die Aufgabe auch morgen noch angehängt.
00:03:00: Der zweite Satz lautet ich kann das besser!
00:03:03: Auch das mag stimmen doch wenn du daraus ableitest, dass du es weiterhin selber machen musst bekommt niemand in deinem Umfeld die Chance wirklich besser zu werden.
00:03:11: Und der dritte Satz lautet am Ende bin ich dafür verantwortlich.
00:03:15: Ja Du trägst Verantwortung Aber Verantwortung zu tragen bedeutet nicht, jede Aufgabe selbst zu erleben und jede Entscheidung selbst zu treffen.
00:03:23: Führung bedeutet nicht immer wieder zu beweisen dass du es am besten kannst.
00:03:27: Führen bedeutet andere Menschen dazu zu befähigen Verantwortung zu übernehmen.
00:03:32: Der entscheidende Moment kommt häufig dann wenn jemand eine Aufgabe anders erledigt als du es getan hättest Eine andere Formulierung, eine andere Reihenfolge, ne andere Präsentation, ne anderer Lösungsweg.
00:03:44: Und schon entsteht der Impuls einzugreifen.
00:03:47: Deshalb hilft eine klare Unterscheidung.
00:03:49: Ist das Ergebnis wirklich falsch?
00:03:51: Oder ist der Weg nur nicht meiner?
00:03:53: Werden wichtige Qualitätsstandards verletzt, entsteht ein relevantes Risiko für den Kunden und werden vereinbart des Ergebnisses nicht erreicht?
00:04:01: Dann musst du natürlich führen und gegebenenfalls eingreifen!
00:04:04: Aber geht es lediglich darum, dass du ne andere Schriftart, ne andere Formulierung oder einen anderen Arbeitsweg gewählt hättest.
00:04:12: Schützt du möglicherweise nicht die Qualität Dann schützt du deine Gewohnheit.
00:04:17: Und jede unnötige Korrektur sendet dein Gegenüber eine klare Botschaft!
00:04:22: Du darfst die Verantwortung übernehmen, aber bitte nur wenn es genauso passt wie ich.
00:04:27: Die Folge beim nächsten Mal entscheidet die Person nicht selbst – sie fragt dich lieber vorher und schon landet die Verantwortung wieder exakt bei dir.
00:04:36: Bevor du eine delegierte Aufgabe wieder an nichts ziehst, stell dir künftig drei Fragen.
00:04:41: Erstens ist es falsch oder nur anders?
00:04:44: Bewertet zuerst das vereinbarte Ergebnis, nicht dein persönlichen Geschmack und nicht den Weg, den du selbst gewählt hättest.
00:04:51: Wurde das Ziel erreicht?
00:04:53: Wurden die vereinbarten Standards eingehalten?
00:04:55: Und ist das Ergebnis für den Kunden oder das Unternehmen tragfähig?
00:04:59: Falls ja darf der Weg anders sein!
00:05:02: Zweite Frage welches konkrete Risiko entsteht wenn ich jetzt nicht eingreife?
00:05:08: benenne dieses Risiko wirklich genau.
00:05:11: Geht es um Geld, um Sicherheit?
00:05:12: Um einen wichtigen Kunden?
00:05:13: Um ein verbindlichen Termin oder um rechtliche Konsequenzen.
00:05:17: Oder geht es hauptsächlich um das unangenehme Gefühl nicht mehr jeden Schritt kontrollieren zu können?
00:05:23: Sei ehrlich!
00:05:24: Ein defuses Unbehagen ist noch kein geschäftliches Risiko.
00:05:29: Frage drei – was kann ich fragen statt die Aufgabe wiederzübernehmen?
00:05:33: Zum Beispiel welcher Lösung schlägst du vor?
00:05:36: Welche Möglichkeiten hast du bereits geprüft?
00:05:38: Was spricht aus deiner Sicht für diese Entscheidung?
00:05:41: Was ist jetzt der nächste sinnvolle Schritt oder was brauchst du von mir, damit du selbst weiter kommst?
00:05:47: Diese Fragen helfen deinem Gegenüber weiterzudenken.
00:05:50: Du unterstützt ohne sofort wieder selbst zum Problemlöser oder zu Problemläsern zu werden.
00:05:55: und genau hier wird Kommunikation zum Führungsinstrument.
00:05:59: Du gibst nicht einfach die schnelle Antwort!
00:06:01: Du stellst eine Frage durch die Verantwortung beim anderen bleibt.
00:06:06: Nehmen wir an ein Mitarbeiter möchte einen unzufriedenen Kunden ein Preis nach Last gewähren.
00:06:11: Du hättest vielleicht eine andere Lösung gewählt.
00:06:13: Erste Frage ist seine Entscheidung wirklich falsch oder nur anders als deine?
00:06:18: Zweite Frage, welches konkrete Risiko entsteht?
00:06:21: liegt der Nachlass innerhalb des vereinbarten Rahms?
00:06:24: ist die Lösung für das Unternehmen wirtschaftlich vertretbar?
00:06:27: entsteht kein rechtliches Risiko oder relevantes geschäftliches Problem?
00:06:32: und die dritte Frage was kann zu fragen statt der Mitarbeiter die Entscheidung abzunehmen?
00:06:37: zum Beispiel welche Wirkung möchtest du mit dem nachlass erzählen?
00:06:40: Welche Alternativen hast du geprüft und warum hältst du diese Lösung für die Beste?
00:06:45: Durch diese Fragen erkennst du, ob dein Mitarbeiter seine Entscheidung durchdacht hat.
00:06:50: Und gleichzeitig bleibt die Verantwortung bei ihm!
00:06:53: Du prüfst die Qualität seiner Überlegung nicht, ob er seine Lösung erraten hat.
00:07:00: Manchmal steckt hinter unserem Eingreifen allerdings noch etwas viel tieferes.
00:07:04: Deshalb stelle dir zunächst eine vielleicht unangenehme Frage Was müsste ich aushalten, wenn andere Menschen mich nicht mehr für jede Entscheidung brauchen?
00:07:13: Vielleicht müsstest du aushalten, dass jemand Fehler macht.
00:07:16: Vielleicht das dein Ergebnis zunächst nur zu achtzig-neinzig Prozent deiner Vorstellungen entspricht.
00:07:20: Vielleicht, dass du nicht mehr über jedes Detail informiert wirst oder sogar, dass dein Team auch sehr gut ohne dich zurechtkommt.
00:07:28: Einerseits wünschen wir uns genau das, oder?
00:07:30: Aber andererseits kann es sich rettierend anfühlen.
00:07:33: Denn gebraucht zu werden gibt Uns Bedeutung Kontrolle und Sicherheit!
00:07:36: Und genau deshalb beginnt dieser Wandel im Ich.
00:07:39: Nicht beim Organigramm, nicht beim nächsten Prozesshandbuch sondern bei deiner Bereitschaft Verantwortung wirklich bei anderen Menschen zu lassen.
00:07:47: Wähle also genau heute eine Aufgabe die du bereits abgegeben hast und trotzdem immer wieder zurückholst!
00:07:53: Vielleicht ist es ein Angebot ne Kundenanfrage, ne Präsentation, ne Bestellung oder ne Wiederkehrende Entscheidung in deinem Team?
00:08:01: Sobald du das nächste Mal den Impuls verspürst einzugreifen halte kurz inne und stelle dir diese drei Fragen.
00:08:07: Ist es falsch oder nur anders?
00:08:10: Welches konkrete Risiko entsteht, wenn ich nicht eingreife?
00:08:13: Und was kann ich fragen statt des selbst zu übernehmen?
00:08:17: Du kannst dein Mitarbeiter oder deiner Mitarbeiterin auch offen sagen Ich möchte dir die Entscheidung nicht wieder abnehmen.
00:08:23: Ich unterstütze dich aber dabei sie selbst zu treffen.
00:08:27: Nimm aus dieser Folge drei Gedanken mit Erstens.
00:08:31: Delegationen scheitert häufig nicht an der Übergabe, sondern daran dass wir die Verantwortung später wieder zurücknehmen.
00:08:38: Zweitens.
00:08:39: Anders ist es nicht automatisch falsch?
00:08:41: und drittens stelle eine klare Frage bevor du wieder selbst zur Lösung wirst Denn Verantwortung wächst nicht dadurch das du immer wieder auffängst.
00:08:50: Sie wächst dort wo du anderen zutraust selbst weiter zu gehen.
00:08:56: Deine Aufgabe für heute lautet deshalb, lass eine Verantwortung dort wo du sie bereits hingegeben hast.
00:09:02: Übrigens die drei Fragen und deine heutige Trainingseinheit findest Du noch einmal in den Schoen.
00:09:06: und zu dieser Folge Dort kannst Du uns auch schreiben wo es gerade bei Dir drauf ankommt.
00:09:11: Vielleicht weißt Du auch grade sehr genau das Zu viel an Dir hängt Aber noch nicht, wo du anfangen sollst.
00:09:17: Dann lass uns gemeinsam auf deine Situation schauen und herausfinden welcher nächste Schritt dir mehr Unternehmerfreiheit ermöglicht.
00:09:24: In den Show-Noten findest Du auch den Link für ein persönliches Gespräch Und die Möglichkeit uns Deine Frage oder Situation zu schicken Wo es bei Dir gerade drauf ankommt.
00:09:33: Denn Wissenschaftklarheit Handeln schafft Verbesserung.
00:09:37: Das war wenn's darauf ankommt elf Minuten für klare Entscheidungen und wirksame Führung.
00:09:42: Umdenkt dran.
00:09:43: Wir leben unser Leben wenn unser Herz voller ist als unsere Hose.
00:09:48: Denk mal drüber nach, herzliche und handelnde Grüße der Matthias!
00:09:52: Tschüss.
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